Goodbye, my friend – Auf zu neuen Abenteuern

Irgendwann muss jeder mal gehen – auch eine altehrwürdige Nikon D80. Nachdem sie sich dank einer schweren und riskanten Operation wirklich wacker durch den Alltag und Urlaube geschlagen hat, wurde es dann doch allmählich Zeit, sich nach etwas Neuem umzusehen. Nicht etwa, weil der Verschluss wieder den Geist aufgegeben hat. Die Operation fand vor fast zwei Jahren statt, der Verschluss hat seitdem etwa 6.000 weitere Bilder durchgehalten und erfreut sich, soweit ich das beurteilen kann, bester Gesundheit. Allerdings habe ich ja in meiner Dussligkeit das AF-Modul abgeschraubt und seitdem immer mal wieder mit leicht verschobenem Fokus zu kämpfen. Auf Dauer macht das nicht so richtig Spaß. Außerdem war die D80 ja nun auch nicht mehr die jüngste und bei ISO-Zahlen jenseits der 400 eigentlich nur mittelmäßig zu gebrauchen. Also musste etwas Neues her – aber was?

Die Auswahl

Ich habe ja relativ lange gewartet, in der Hoffnung, Nikon bringt irgendetwas, das mich wirklich überzeugt. Hätte die D7100 (oder der erwartete Nachfolger) GPS und WiFi, wäre das sicher eine einfache Option gewesen. Aber selbst nach momentanem Stand bekommt man wohl in den größeren Nikons nicht das Komplettpaket, sondern eher nur WiFi. Nikons Crop-Angebot wäre also OK gewesen, aber nicht unbedingt ein No-Brainer. Was also ist die Alternative? Sensorgröße verändern. Aber in welche Richtung? Letztlich, so verlockend Vollformat auch ist, in Sachen Platzbedarf, Gewicht und Finanzen war das momentan für mich nicht unbedingt eine gute Wahl. Einen aus meiner Sicht sehr verlockenden Kompromiss stellt da das Micro-Fourthirds System dar. Auf neunzehn72.de kann man dazu relativ ausführlich nachlesen, daher nur mein sehr kurzes Entscheidungsfazit: Weniger Platz und Gewicht mit ein paar mehr Features und ein paar Abstrichen – ich war zufrieden und hab mir eine Olympus OM-D E-M1 mit dem Olympus 12-40mm f/2.8 geholt, dazu das Olympus 45mm f/1.8. Batteriegriff gabs noch obendrauf. Alles in allem jetzt auch beileibe kein Schnäppchen, aber noch im Rahmen. Und zukünftige Objektiv-Eskapaden sollten (hoffentlich) auch an Gewicht und Kosten dem Vollformat überlegen sein.

Eindruck

Gerade für mich als Hobbyisten ist die Kamera jetzt nicht das kritische Element in meinem Leben, deshalb habe ich auch keine harten Ansprüche oder ausführliche Testprogramme, um mir eine Meinung zu bilden. Daher sei bisher nur soviel gesagt: Ich bin äußerst zufrieden und glaube, die Kamera und ich können sehr gute Freunde werden. Die beiden Objektive decken den größten Teil ab, den ich brauche. Das 12-40mm kommt irre nah ran und lässt mich daher das 18-55mm Kit-Objektiv nicht mal in dieser Hinsicht vermissen. Und der Bildstabilisator in der Kamera ist mächtig gewaltig. Die 12mm kann man schonmal 0,25-1 Sekunde aus der Hand schießen (z.B. den Dresdner Zwinger). Wenn später mal wieder Geld übrig ist, kann man den Brennweitenbereich in beide Richtungen bestens erweitern.

Systemwechsel

Ein Problem gibt es natürlich: Ich habe jetzt effektiv das System gewechselt. Meinen Nikon-Kram kann ich mit der Olympus nicht verwenden. Ich hatte allerdings sowieso keinen riesigen Objektivpark. Das Telezoom war ein Spielzeug, das 18-55mm Kit-Objektiv ganz okay, nur das 50er f/1.8 habe ich wirklich lieb gewonnen. Aber dafür habe ich ja jetzt die neuen beiden Linsen. Sollte ich natürlich später mal über Vollformat nachdenken, muss ich zweigleisig fahren. Aber das kann man ja dann sehen. Ein anderer Punkt sind Blitze. Der mitgelieferte ist mehr oder weniger ein Witz und ich habe mir erst kürzlich Funkauslöser für meinen Yongnuo geholt. Die kann ich dann jetzt wohl vergessen… dachte ich. Doch weit gefehlt. Dank einer kurzen Internetrecherche fand ich diesen Artikel, der exakt dieses Problem behandelt (okay, für Canon). Das ist doch spitzenmäßig, damit habe ich meinen Bastelanteil für diesen Beitrag auch gleich dabei.

Aufschrauben, Kurzschließen

Nikon-Anschluss

Das Prinzip dieser Modifikation ist denkbar einfach: Der Auslöser mit Nikon-Anschluss erwartet einen Kontakt auf einem bestimmten Pin, die OM-D hat den auf einem anderen Pin. Also die entsprechenden Punkte im Auslöser verbinden und fertig ist der Umbau. In der Anleitung, die ich gefunden hatte, hat der Autor sich gegen einen Draht und für das Löten entschieden, um nichts kaputt zu machen. Ich habe das genau andersherum gemacht. Da ich keine Aluminium-Leitfolie im Haus hatte und mir das Löten zu aufwendig und riskant war, habe ich einfach ein Stück Litze zwischen den Federn eingeklemmt. Funktioniert hervorragend. Wie ich später noch in einem Forum gelesen habe, muss man den Auslöser ganz leicht im Kameraschuh herausziehen, damit die Verbindung passt. Aber ansonsten klappt das spitze und kostet nichts. Für die Bilder hier musste ich natürlich den Blitz direkt auf die Kamera stecken, was aber auch problemlos funktioniert (natürlich ohne i-TTL).

Aufschrauben! Kurzschluss Blitz!

Fazit

Hier noch ein paar Beispiel-Bilder, die ich mal auf die Schnelle hinbekommen habe. Die sollen einfach nur beweisen, dass der Auslöser funktioniert und wie schön nah ran das neue “Kit-Objektiv” kommt. Die Bilder von mir habe ich mangels Fotografen auch gleich selbst machen müssen. Mit Selbstauslöser? Weit gefehlt. Mit der iPad-App über WiFi. Aufs Auge tatschen, Klack-Klack, fertig. Das hat schon gefetzt. Alles in allem bin ich wirklich sehr glücklich mit meinem neuen Spielzeug und hoffe, ab jetzt noch viel Spaß und schicke Fotos damit zu erleben.

Selfie Deluxe

Über den Autor: Markus Partheymüller

Eigentlich bin ich ja Informatiker. Mittlerweile interessiere ich mich allerdings auch mehr und mehr für die Fotografie, unter anderem auch für Basteleien für den etwas kleineren Geldbeutel.

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Kommentare

  1. http://www.meisterdeslichts.com/Von_Canon_zu_Olympus.pdf

    Und trotzdem: Ich habe 2x (viel zu viel) in FT und mFT investiert und bin 2x maßlos enttäuscht worden. Schon schön blöd 2x aufs „Viertelformt“ reingefallen zu sein 🙁 Und das Argument der Größe lässt sich leicht entkräften. Eine Vollformat DSLR OHNE Batterieteil und OHNE die dämliche Hersteller-Angeberstrippe am Komfort-Neoprenriemen, einem 50er auf dem Gehäuse, einem 20er in der Tasche und wenn noch Platz ist, ein unauffälliges aber optisch sehr gutes 55-200 Kitzoom, und ich kann zum Gegensatz zur Viertelformatkamera 24h am Tag aus der Hand fotografieren…

    Ralf

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