Abenteuer Analog – Teil 3c: Entwicklungsfehler (RTFM)

Auch wenn es sich in Teil 3b nicht so las: So richtig optimal lief es bei unseren Filmentwicklungen nie. Zwei Filme kamen in den Entwicklungstank und mindestens einer hatte hinterher irgendwelche komischen „Macken“. So ging es mir auch heute wieder, als ich wieder zwei Filme entwickelt habe. Was ist da los?!

Zugegeben, irgendwie sind die „misslungenen“ Versuche auch auf eine gewisse Weise interessant, sie haben ihren Reiz. Aber immer und bei jedem Film ist das nun auch nicht so das, was man sich so vorstellt. Eine Lösung muss her!

Mal ganz nett, auf Dauer aber doch ein störender Fehler bei der Entwicklung
Mal ganz nett, auf Dauer aber doch ein störender Fehler bei der Entwicklung

Es gilt also die Ursache für diese Struktur im Himmel zu finden. Es sieht aus wie Lichtreflexionen im Wasser. Aufgrund der „relativen Dunkelheit“ im Entwicklungstank ist das als Ursache aber auszuschließen. Auf den zweiten Blick könnte es auch Schaum sein, das könnte des Rätsels Lösung sein.

Die Beobachtung, dass immer nur der obere Film im Tank von derlei Fehlern betroffen ist, bestärkt den Verdacht – vor allem nachdem das auch heute wieder so war – Zufall ausgeschlossen.

Papier-Teststreifen im Tank
Papier-Teststreifen im Tank

Der Versuchsaufbau ist einfach: Wieder einmal werden Testfilme geopfert, in die Spiralen gespult und in den Paterson-Tank gesteckt. Dazu kommt ein Papierstreifen, auf dem der obere Rand der beiden Spiralen markiert wird. Anschließend finden 300 ml Wasser ihren Weg in den Tank, so wie wir es im Video-Tutorial von Fotoimpex gelernt haben.

Ich vermutete zunächst, dass der obere Film nicht komplett in Flüssigkeit „schwimmen“ würde und sich so die Schaumkrone auf den Negativen niederschlägt. Das tatsächliche Ergebnis überraschte mich dann aber doch:

Teststreifen-Ergebnis
Teststreifen-Ergebnis

Gerade mal die Hälfte des Streifens ist mit dem Wasser in Kontakt gekommen. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet – auch wenn es rückblickend natürlich logisch ist: Offensichtlich bezieht sich die Angabe von 300 ml Entwickler & Co. auf einen Film und eben nicht auf den Tank. Insofern ist es schon erstaunlich, dass die Filmentwicklung überhaupt so gut funktioniert hat.

Klar, die Ergebnisse waren fehlerhaft und hatten Störungen, aber der obere Film kam im Grunde auch nur beim Kippen mit dem Entwickler in Kontakt. Dazwischen konnte nur die Flüssigkeit wirken, die den Film benetzt hat. Da sind wir also noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen und können jetzt wohl sagen, dass diese Probleme bei der Entwicklung der Vergangenheit angehören werden, der Chemie-Verbrauch aber auch steigen wird.

Übrigens: Zu der hier beschriebenen Erkenntnis kommt man auch, wenn man einfach die Bedienungsanleitung zum Entwicklungs-Tank liest. Darin steht nämlich, dass die erforderliche Flüssigkeitsmenge auf dem Boden des Tanks für jeden Film angegeben ist und entsprechend der Zahl eingelegter Spiralen addiert werden muss. Schön doof…

Über den Autor: Andreas Siegel

Fotografisch beschäftigen mich vor allem Konzerte und Tanz. In der Freizeit bleibt neben dem Medieninformatik-Studium in der Endphase im Moment wenig Zeit für ausführliche Fototouren. Wenn sich aber doch einmal die Gelegenheit bietet, mag ich es auch sehr völlig entschleunigt mit einer meiner zahlreichen (teilweise nahezu historischen) analogen Kameras unterwegs zu sein.

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