Der Stilpirat geht von Bord

Letzte Woche, als ich unterwegs war, erreichte mich eine E-Mail mit der Frage, ob ich schon gesehen hätte, dass Steffen Böttcher aka der Stilpirat sein Blog schließt. Ich hielt es für einen verspäteten Aprilscherz.

Es war keiner. Das macht mich ein wenig traurig, hat er doch mit seinem Blog immer ganz bedeutend und wie selbstverständlich zur deutschen Fotografie-Online-Community gezählt, die ich zugegeben relativ spät für mich entdeckt habe. Das Blog des Stilpiraten gehörte aber zu den ersten, die einen Platz im Feedreader sicher hatten und so regelmäßig gelesen wurden. Seine Fotos waren immer äußerst inspirierend, seine Beiträge zu technischen Themen oder seine Equipment-Vorstellung wertvolle Referenz. Und sein Buch* hat Potential zur „Fotografie-Bibel“.

Dass jemand so offen, anschaulich (und auch launisch) an seinen Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben lässt, ist aber eben doch keineswegs selbstverständlich.

Was ich sein will, weiss ich. Was ich nicht sein will auch: Ein Foto-Onkel und Erklär-Bär, der 70% seiner Zeit, Kommentare verwaltet und die geflutete Inbox im Zaum hält.

Steffen „der Stilpirat“ Böttcher

Seine Entscheidung sich (vorübergehend?) aus dem Online-Leben zu verabschieden ist da nur nachvollziehbar, wenn es mehr Arbeit macht, Zeit und Nerven kostet als es Gewinn bringt, egal in welcher Form – insbesondere auch aufgrund unangebrachter oder ungünstig angebrachter Kritik, nachzulesen im Blog und nachzuhören im Knackscharf-Podcast.

Besonders bedauerlich finde ich, dass der Rückzug des Stilpiraten auch das Aus für den Podcast bedeutet, damit hatte ich nicht gerechnet.

Auf jeden Fall möchte ich Steffen an dieser Stelle für seine geleistete Arbeit danken und wünsche ihm für kommende Projekte und seine Arbeit alles Gute! Ich bin sehr gespannt wann und in welcher Form wir wieder von ihm hören werden. Seine Fotos bleiben als Inspiration ja weiterhin auf seinen Webseiten erhalten, fehlen werden nur die Geschichten – das aber sehr.

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Über den Autor: Andreas Siegel

Fotografisch beschäftigen mich vor allem Konzerte und Tanz. In der Freizeit bleibt neben dem Medieninformatik-Studium in der Endphase im Moment wenig Zeit für ausführliche Fototouren. Wenn sich aber doch einmal die Gelegenheit bietet, mag ich es auch sehr völlig entschleunigt mit einer meiner zahlreichen (teilweise nahezu historischen) analogen Kameras unterwegs zu sein.

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Kommentare

  1. Zum (vorläufigen) Aus des Stilpiraten-Bloggs

    Irgendwo im Podcast heißt es – sinngemäß: „Wenn du aufgibst, haben die Honks gewonnen“. Jetzt nach ein paar Tagen nachdenken, hätte es meiner Meinung nach vollkommen gereicht, die Kommentarfunktion (temporär) stillzulegen. Denn ich hätte die zahlreichen Themen des Stilpirats abseits der Hochzeitsfotografie sehr gerne weiter gelesen! Immerhin existiert sein Buch, und bevor die Blog-Seite irgendwann ganz dicht gemacht wird, habe ich alle mich interessierenden Beiträge des Stilpiraten als PDF gespeichert.

    Der Hochzeitsfotografie – und nicht nur der des Stilpiraten (!), stehe ich kritisch gegenüber. Die Stunden-/Tagessätze, die von der Creme der deutschen Hochzeitsfotografen verlangt werden, sind nur etwas für ganz betuchte Brautleute, bzw. deren Familien. Selbstverständlich sind die Stile (an)sehenswert und können eine öde Familien(geburtstags)feier ordentlich „aufpeppen“. Wobei nachmachen auch ganz schnell in die Hose gehen kann 😉 Ich hatte auch überhaupt kein Problem Steffen Böttchers eBook „Der Hochzeitsfotograf“ für 8 Euro zu kaufen! Auch wenn/weil ich die Hochzeitsfotografie nicht mag. Es ist einfach eine sehr unterhaltsame Lektüre!

    Auch wenn es völlig unterschiedliche Gebiete sind, mich erinnert die Hochzeitsfotografie irgendwie an die total überdrehte Profisurfer-Szene – ich meine die mit dem Brett auf dem Wasser oder Schnee 🙂 – und die dranhängenden Fotografen, die Art der Fotografie. Immer abgedrehtere Boards, Segel Klamotten und so weiter. Das lässt sich beliebig auf die Snowboard- und Skaterszene übertragen. Nicht zu vergessen auch die Indoor-Motocrossveranstaltungen. Immer spektakulärere Posen, „Mooves“ – am besten beim Salto samt Brett und Segel, Board und Bike noch einen Kaugummi aufblasen – und und und. Irgendwann wird man der Sache einfach überdrüssig. Trotzdem werde ich immer mal auf http://www.heidefotograf.de und http://www.stilpirat.com klicken. Aber der regelmäßige Stilpiraten-Blog fehlt mir!

    Ralf

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