Gradationskurven in Lightroom 4

So ziemlich überall wird die verbesserte Behandlung von Details in den Tiefen und Lichtern von Fotos hervorgehoben, wenn es um Lightroom 4 geht. Was ich aber bisher noch überhaupt nicht gelesen habe: Die Gradationskurve ist mit der aus Version 3 kaum noch zu vergleichen. Stichwort: Farbkanäle.

Natürlich habe auch ich mich bei meinen ersten Experimenten in der Betaversion zuerst auf die neuen Regler „Lichter“, „Tiefen“, „Weiß“ und den schon bekannten Schwarz-Regler gestürzt, um an ein paar Beispielen, bei denen die Belichtung ordentlich in die Hose ging und die Details in den Lichtern ins Nirvana befördert hat. Erster Eindruck dabei: Ausgebranntes bleibt zwar auch mit dem Prozess von 2012 ausgebrannt, aber im Bereich „kurz vor ausgebrannt“ ist noch einiges rauszuholen und die Übergänge erscheinen mir weicher und angenehmer.

Auffällig ist außerdem, dass der Helligkeitsregler verschwunden ist. Das stört mich weniger. Im Gegensatz zu den anderen schien er im Histogramm auch keine wirkliche Entsprechung zu haben und arbeitete halt global. Darauf kann man wirklich verzichten. Damit bilden jetzt die verfügbaren Regler ziemlich genau das ab, was auch für die Gradationskurve an Reglern zur Verfügung steht.

Während ich mich also nun ein wenig näher mit der Gradationskurve beschäftigte und mal hier und da klickte, traute ich meinen Augen kaum: Im Modus zur Bearbeitung der Punktkurve (erreichbar über das kleine Kurven-Icon unten rechts) gibt es jetzt die Möglichkeit einen RGB-Kanal für die Gradationskurve auszuwählen, so wie man es schon aus Photoshop kennt.

Dem einen oder anderen ermöglicht sie nun vielleicht eine Rückkehr zum aus Photoshop-Zeiten gewohnten „Bearbeitungsumfeld“. Etwas gewöhnungsbedürftig war die abgespeckte Gradationskurve schließlich beim Umstieg auf Lightroom, war/ist man doch auf auf den bloßen RGB-Kanal beschränkt.

Nun eröffnen sich aber ganz neue Möglichkeiten der Bildbearbeitung – im Hinblick auf die große Verbreitung von Lightroom – für die große Masse, auch jene, die vielleicht noch nie mit Photoshop in Berührung gekommen sind. Ich ahne schon, dass da einige bildliche Ergüsse in den verrücktesten Farben auf uns einströmen könnten, wenn jeder mal ausprobiert, was die lustigen Kurven da so bewirken.

Ich habe ich auf die Schnelle nur mal an einer Art „Cross-Entwicklung“ versucht:

In dem Bild steckt nichts anderes als Anpassungen der Gradationskurven. Nur zum Abschluss habe ich dem Foto noch etwas Körnung spendiert. Mehr nicht. Ich habe die Bearbeitung mal als Preset exportiert und hochgeladen, falls es sich jemand mal ansehen möchte: Crosstest_LR4

Über den Autor: Andreas Siegel

Fotografisch beschäftigen mich vor allem Konzerte und Tanz. In der Freizeit bleibt neben dem Medieninformatik-Studium in der Endphase im Moment wenig Zeit für ausführliche Fototouren. Wenn sich aber doch einmal die Gelegenheit bietet, mag ich es auch sehr völlig entschleunigt mit einer meiner zahlreichen (teilweise nahezu historischen) analogen Kameras unterwegs zu sein.

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Kommentare

  1. Also ich finde diese Erweiterung bei Lightroom 4 auch klasse. Ich liebe Cross-Processing und so muss ich dazu nicht immer in Photoshop abspringen um das schnell hin zu bekommen. Das war eine der ersten Funktionen, die ausprobieren musste als ich von der Beta gelesen habe 🙂

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