Foto(s) des Jahres

Martin Wolf hat traditionell wieder eine Blog-Parade gestartet und sich auf die Suche nach den besten Fotos 2011 begeben. Jeder soll sich auf die Suche nach seinem besten Foto begeben. Das beste Foto eines Jahres. Ein Foto. Unmöglich, irgendwie. Jedenfalls tue ich mich mit dieser Aufgabe wahnsinnig schwer.

Im letzten Jahr war die Aufgabe relativ einfach zu bewältigen, es war ein „analoges Jahr“. Das stellte ich auch damals schon fest. Die Entscheidung für das eine Foto fühlte sich da gut und richtig an.

Das ist dieses Jahr völlig anders, obwohl die Anzahl der belichteten Filme überraschenderweise gleich geblieben oder sogar noch gestiegen ist. Genau kann ich das gar nicht sagen, weil viele Filme noch nicht gescannt sind. Windows 7 killed the Scanner compatibility star. Dafür stehen im Lightroom wahnsinnige (digitale) 12.682 Aufnahmen für das Jahr 2011 fotografiert. So viele Bilder standen noch nie am Ende eines Jahres.

Ich habe nicht nur viel fotografiert, ich habe auch viel verschiedenes fotografiert und auch das Gefühl mich dabei ein ganzes Stück entwickelt zu haben. Trotzdem sind nicht alle Ergebnisse Kandidaten für den „Bestes Foto“-Award, keine Frage. Etwa 80 Kandidaten habe ich gekürt, 80 Fotos mit in irgendeiner Weise besonderer Bedeutung für mich. Die bin ich dann am Ende immer wieder durchgegangen…

Das ist ein gutes Foto.
Es ist ein mir wichtiges Foto.
Aber es ist nicht das Foto des Jahres.

Übrig geblieben sind noch etwas über 40 Fotos, aus denen ich mir mit etwas zeitlichem Abstand ganz schnell 5 Fotos herausgepickt habe. Mein Bauch hat entschieden, fragt ihn nicht nach einer Begründung.

Portrait

Bei dem Foto ist ein Knoten geplatzt, glaube ich. Das Licht war plötzlich so im Sucher und hat mich überwältigt – und schließlich ein Stück weit die Marschroute für den Rest des Jahres vorgegeben. Ich habe diese Lichtstimmungen gesucht und gefunden, sie sind Teil einiger Aufnahmen. Doch dieses Bild blieb etwas besonderes mit einer ganz eigenen Ausstrahlung.

„Umwelt-Momente“

Wenn ich unterwegs war, hatte ich eigentlich immer einen Blick auf das, was mich umgab. Ich suchte Momente, die mich ansprechen. Ein Highlight auf der Suche danach war dieser ZEIT-Leser. Ich mag die Zeitung (eine der wenigen, die diese Bezeichnung wirklich verdient). Ich mochte die Atmosphäre in der Buchkantine in Berlin. Ich mochte einfach den Moment und ich mag das Ergebnis.

Emotion

Im Februar hat mein bester Freund Dresden den Rücken gekehrt und es zog ihn zurück Richtung Berlin – eine schwere Zeit, sind wir doch seit der Schule lange Jahre unseren Weg gemeinsam gegangen. Ein halbes Jahr später kam er für ein paar Tage zurück und brachte seine Freundin mit. Alles war wie früher, wie immer. Wir hatten Spaß, zogen durch die Stadt, ich machte Fotos von den beiden. Es war wunderbar das Glück der beiden auf diese Weise zu teilen, viele besondere Fotos sprechen da für sich. Dieses hier entstand spontan und für mich unerwartet. Es ist eines meiner liebsten.

Konzert

Zweifellos war 2011 das Jahr der Konzertfotos. Über das Jahr verteilt hielt ich immer wieder die verschiedensten Bands fest, den Abschluss bildete im Dezember Caracho. Die Jungs kannte ich vorher kaum, wusste nur, dass ein guter Freund mit gutem Musikgeschmack total begeistert von ihnen ist. Außerdem meinte ich mich zu erinnern, dass die Show sehr abgefahren sein sollte. Soweit Vorbereitungen und Erwartungen – was ich dann erlebte toppte noch einmal alles. Caracho gaben alles, meine Kamera und Speicherkarten ebenso, wir strotzten Feuer, Funkenflug, Bier, Schnaps und Schweiß. Es war das Konzert des Jahres!

Sonderkategorie

Das Bild hat für mich persönlich eine wichtige Bedeutung, es symbolisiert einen Teil meines Lebens. Ich sah den Baum und musste ihn fotografieren. Zum Glück hatte Patricia ihre Kamera dabei, denn mir war eigentlich nicht danach Fotos zu machen.

Das war sie, die diesjährige Präsentation der Fotos des Jahres. Kommen Sie gut nach Hause! Auf Wiedersehen und einen angenehmen Abend!

Über den Autor: Andreas Siegel

Fotografisch beschäftigen mich vor allem Konzerte und Tanz. In der Freizeit bleibt neben dem Medieninformatik-Studium in der Endphase im Moment wenig Zeit für ausführliche Fototouren. Wenn sich aber doch einmal die Gelegenheit bietet, mag ich es auch sehr völlig entschleunigt mit einer meiner zahlreichen (teilweise nahezu historischen) analogen Kameras unterwegs zu sein.

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