Kurzrezension: „ModelPosen kompakt“

Menschen zu fotografieren macht einfach Spaß – kein Wunder, sind die Ergebnisse doch so viel lebendiger (welch Überraschung!). In diesem Bereich will ich besser werden und mich weiterentwickeln. Zu diesem Zweck suche ich mir verschiedensten Input…

Früher oder später kommt man dabei wahrscheinlich nicht daran vorbei sich auch mit Posing zu beschäftigen, zumal das ein Bereich ist, bei dem ich zugegebenermaßen oft recht einfallslos bin. Da muss sich etwas tun, darin steckt Potential!

Also habe ich mir das kleine Büchlein „ModelPosen kompakt: Das Posingbuch für Model und Fotograf„, herausgegeben von Tim Reckmann bestellt, um mit dessen Hilfe in die Welt der Posen einzusteigen.

Kaum war das Buch im Briefkasten, habe ich mir die 100 Seiten schon angesehen und gelesen. Komplett.

Warum habe ich das Buch gewählt?

Ich habe mich von den bisherigen Bewertungen bei Amazon leiten lassen, denn die waren äußerst vielversprechend: dreimal 5 Sterne. Bei anderen, deutlich teureren Posing-Büchern sah das gänzlich anders aus. Diese wurden teilweise vernichtend bewertet.

Mit 9,90 Euro ist „ModelPosen kompakt“ tatsächlich unheimlich günstig. Für das Geld bekommt man ein handliches Taschenbuch mit 100 Seiten.

Mein erster Eindruck

Kurz und knapp formuliert: Etwas ernüchternd.

Aber ich will nicht behaupten, dass das Buch schlecht wäre. Das würde ja bedeuten, es wäre gänzlich unbrauchbar. Das ist sicher nicht der Fall, denn der Ansatz auf jeder Seite eine Pose mit einigen Hinweisen dazu abzudrucken, gefällt mir gut. Vermutlich habe ich mir nur etwas anderes erhofft, ein wenig „mehr“.

Zusammengefasst aufgeschrieben könnte man die Hinweise zu den Posen wohl an ein oder zwei Händen abzählen. Viele Posen variieren nur minimal, entsprechend redundant sind die Erläuterungen dazu. Aber: Wiederholung festigt bekanntlich, dennoch bleibt ein leicht fader Beigeschmack, schade.

Wirklich enttäuscht hat nur die Qualität des Buches an sich: liebloses Layout, abgeschnittene Zeilen am Ende von Textblöcken, das eine oder andere fehlende Wort im Text. Meine Abizeitung war auf schönerem Papier gedruckt. Der Druck des Buches erinnert eher an den eines Copyshops. Das Cover ist aber sehr ansprechend. Leider setzt sich das nicht so im Inneren des Buches fort.

Was würde ich mir noch wünschen?

Das Buch ist mit seinen Abmessungen so kompakt, dass es förmlich danach schreit als ständiger Begleiter seinen festen Platz in der Fototasche zu bekommen, es passt einfach perfekt. Der Haken dabei: Es gibt keinerlei Gliederung, die eine Verwendung als „Nachschlagewerk“ erleichtern würde, auch wenn die Posen inhaltlich natürlich strukturiert sind. Ich würde mir einfach ein ganz knappes Inhaltsverzeichnis wünschen – nach dem Motto „Sitzende Posen ab Seite 38“.

Außerdem: Kontext! Zwar geht es um Posen, da ist es schon richtig, dass der Schwerpunkt auch darauf liegt. Wenn sich aber auf jeder Seite nur komplette Freisteller finden, empfinde ich das persönlich als ein wenig ungünstig. Könnte man die Pose am Beispiel im Einsatz sehen, fände ich das schöner und für Einsteiger greifbarer als die beständig schwebende junge Dame.

Fazit

Das Buch richtet sich an Einsteiger. Dementsprechend ermöglicht es in meinen Augen auch nur den Einstieg ins Thema, nicht mehr und nicht weniger. Wahrscheinlich gibt es aber auch für diese Zielgruppe bessere Bücher, d.h. Bücher mit besseren Hinweisen und Erläuterungen.

Man darf halt den Preis nicht aus den Augen lassen: Für das Geld kann man eigentlich nichts verkehrt machen, aber auch nicht zu viel erwarten. Über die mäßige Druckqualität kann man hinwegsehen, kauft man doch ein Posing-Buch und keinen Bildband.

Obwohl ich einige Schwachstellen am Buch sehe, bereue ich den Kauf nicht.

Eine letzte Anmerkung: Die auf dem Buchrücken angegebene Internetadresse führt nicht etwa zu einer Internetseite zum Buch oder des Herausgebers, sondern zu der Amazon-Artikelseite eines weiteren Posing-Buchs vom gleichen Herausgeber. Es kostet etwa das Doppelte und hat sehr durchwachsene Bewertungen, enthält aber über 400 Posen und ist in sinnvolle Kapitel unterteilt. Erschienen ist es übrigens 4 Jahre vor „ModelPosen kompakt“. Übrigens gehört es zu den Büchern, die ich mir vorher angesehen und gegen die ich mich entschieden hatte.

Über den Autor: Andreas Siegel

Fotografisch beschäftigen mich vor allem Konzerte und Tanz. In der Freizeit bleibt neben dem Medieninformatik-Studium in der Endphase im Moment wenig Zeit für ausführliche Fototouren. Wenn sich aber doch einmal die Gelegenheit bietet, mag ich es auch sehr völlig entschleunigt mit einer meiner zahlreichen (teilweise nahezu historischen) analogen Kameras unterwegs zu sein.

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